Anlagepolitik

Anlagepolitik der Pensionskasse

Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik gemäß § 234i VAG

Einleitung

Die Pensionskasse ist eine Einrichtung der betrieblichen Altersversorgung und ein rechtlich selbständiges Lebensversicherungsunternehmen in der Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG), welches den versicherten Personen einen eigenen Rechtsanspruch auf Leistungen gegenüber der Pensionskasse einräumt. Die Pensionskasse unterliegt als regulierte Pensionskasse i.S.v. § 233 Abs. 1 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) der Fachaufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit Sitz in Bonn. Die Pensionskasse erbringt kapitalgedeckte Leistungen der betrieblichen Altersversorgung als (vorgezogene) Alters-, Hinterbliebenen- oder Dienstunfähigkeitsrenten. Kassenleistungen sind bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen außerdem Deckungskapitalerstattungen, Abfindungen sowie Übertragungen. Die wesentlichen Ertragsquellen der Pensionskasse resultieren aus den Beitragseinnahmen und den Kapitalerträgen. Neben Satzung und Allgemeinen Versicherungsbedingungen in den jeweils geltenden Fassungen gelten insbesondere die Bestimmungen des VAG und des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG). Gemäß § 234i VAG hat die Pensionskasse eine Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik gegenüber der Aufsichtsbehörde abzugeben und diese öffentlich zugänglich zu machen.

Kapitalanlagepolitik

Für die Pensionskasse gehört es zu den wichtigsten Unternehmenszielen, eine risikokontrollierte und verantwortungsbewusste Kapitalanlagepolitik zu betreiben. Dazu gehört auch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im Sinne von ESG (Environmental, Social and Governance – Umwelt, Soziales und Unternehmensführung). Die Kapitalanlagepolitik der Pensionskasse unterliegt den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen und Beschränkungen, so insbesondere den qualitativen und quantitativen Vorgaben zur Anlage des Sicherungsvermögens nach der Anlageverordnung für Pensionskassen, Sterbekassen und kleine Versicherungsunternehmen sowie den gesetzlichen Vorschriften zur jederzeitigen Bedeckung der Versorgungsansprüche und der Eigenkapitalvorgaben. Nach den Vorgaben des VAG sind die Vermögensanlagen der Pensionskasse nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht unter anderem so anzulegen, dass Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des Kapitalanlagebestandes als Ganzes sichergestellt werden und die Vermögenswerte dem größtmöglichen langfristigen Nutzen der Mitglieder und Leistungsempfänger dienen. Interne Vorgaben und Limite sind in einer Kapitalanlagerichtlinie festgehalten.

Ziel der Vermögensanlagetätigkeit der Pensionskasse ist es, durch Art, Umfang und Qualität der Vermögensanlagen die dauerhafte Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Pensionskassenversicherungsverträgen durch die Erwirtschaftung der erforderlichen Kapitalerträge sicherzustellen. Das jährliche Renditeziel beinhaltet die Erwirtschaftung eines Finanzergebnisses in Höhe des durchschnittlichen Rechnungszinses inklusive einer ausreichenden Sicherheitsmarge.

Die Anlagestrategie der Pensionskasse ist langfristig auf die Finanzierung der Versorgungsansprüche ausgerichtet und wird jährlich unter Berücksichtigung der auf der Aktiv- und Passivseite bestehenden Risiken sowie der Risikotragfähigkeit überprüft. Hierbei werden u.a. die Ergebnisse der Aktiv-Passiv-Steuerung (Asset-Liability-Management - ALM) berücksichtigt, welche auf ALM-Studien, Prognosedaten von Investmenthäusern und Banken sowie auch internen Analysen beruhen. Für die Asset Allokation wird ein Jahres-Zielportfolio auf Basis von Buchwerten mit Sollrenditen für die einzelnen Asset-Klassen festgelegt. Die Einhaltung der Zielvorgaben wird kontinuierlich verfolgt, überwacht und fortgeschrieben. Zudem erfolgt darauf aufbauend eine Fortschreibung der Asset Allokation über einen längerfristigen Zeitraum inkl. der Analyse von verschiedenen Szenarien.

Auf Basis der verabschiedeten Asset Allokation werden Investitionsplanungen bezogen auf die einzelnen Assetklassen für die Neu- und Wiederanlage erstellt und laufend aktualisiert. Diese haben der Risikotragfähigkeit, der Portfoliostruktur sowie der Liquiditätsplanung Rechnung zu tragen. Es wird dafür Sorge getragen, dass die Einhaltung der internen und aufsichtsrechtlichen Bestimmungen sichergestellt ist.

Der Neuanlagezins ist der maßgebliche Treiber für die künftige Entwicklung der Nettoverzinsung der Pensionskasse. Ein Anhalten des Niedrigzinsumfeldes hätte einen nachhaltigen Effekt auf die Höhe der erzielbaren Nettoverzinsung sowie die künftige Bedeckung der aufsichtsrechtlichen Solvabilitätskapitalanforderung und der Verpflichtungen aus den Pensionskassenversicherungsverträgen. Die Pensionskasse begegnet dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld mit Maßnahmen zur Verbesserung der Kapitalanlagestruktur unter Beachtung der Risikotragfähigkeit. In den letzten Jahren wurden die Anlagen in alternative und teilweise illiquidere Anlagen, wie z.B. in höherrentierliche Immobilien sowie Anteile an Investmentvermögen, ausgebaut. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sollen Investitionen in alternative und illiquidere Anlagen auch künftig weiter vorangetrieben werden.

Sofern sich Parameter wesentlich verändern sollten, wird die Anlagepolitik anlassbezogen überprüft. Eine wesentliche Veränderung ist insbesondere anzunehmen bei sich wandelnden Marktbedingungen, neuen regulatorischen Vorgaben oder wenn die Risikotragfähigkeit inkl. der definierten Limite und Schwellenwerte der Pensionskasse oder einzelner Asset-Klassen tangiert sein sollte.

Im Sinne einer umfassenden Risikoabwägung werden auch qualitative Aspekte, die ökologische, soziale und die gute Unternehmensführung betreffende Gesichtspunkte (ESG) aufgegriffen und im Anlageprozess berücksichtigt. Die Pensionskasse orientiert sich in diesem Zusammenhang an der von der UN lancierten Initiative zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei Anlageentscheidungen, den „Principles of Responsible Investing (PRI)“ der UN (s. www.unpri.org). Da Anlagen in Unternehmensanleihen und Aktien im Wesentlichen indirekt über eigene Spezialfonds der Kasse gehalten werden, unterliegen diese Investitionen der durch die externen Manager jeweils vorgenommen Anwendung der UN PRI-Grundsätze im Rahmen des Investmentansatzes. Mit den sich weiterentwickelnden aufsichtsrechtlichen und gegebenenfalls gesellschaftlichen Anforderungen sollen die sich daraus zukünftig ableitenden ESG-Faktoren für die verschiedenen Assetklassen sukzessive definiert werden.

Strategische Asset Allokation

Angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes sind die Herausforderungen an die Sicherstellung der Bedeckung der zugesagten Pensionsleistungen wesentlich anspruchsvoller geworden. Die Kapitalanlage soll auch in dem Niedrigzinsumfeld möglichst risikoadjustiert erfolgen. Eine Kapitalanlagestrategie, welche vornehmlich an dem Grundkonzept des „Liability driven investment“ (laufzeitadäquate Investition in Rententitel höchster Bonität im Vergleich zur Passivseite) ausgerichtet ist, kann jedoch unter den Gegebenheiten nicht umgesetzt werden. Zur Erzielung der notwendigen Verzinsung wurden und werden zusätzliche Risiken, insbesondere Wiederanlage- und Kreditrisiken, in Abstimmung mit der Unternehmensplanung und dem vorhandenen Risikobudget eingegangen.

Die Kapitalanlagen der Pensionskasse setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Rentenpapieren und durch die Kasse vergebene Hypotheken- und Grundschuldforderungen (Baudarlehen) im Direktbestand, Anteilen an Investmentvermögen verschiedener Anlageklassen sowie Immobilienanlagen im Direktbestand.

Über bonitätsstarke Rentendirektanlagen nahezu ausschließlich in Form von Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen von deutschen Bundesländern, Förderbanken, Pfandbriefen sowie sonstige Banktitel, die dem Grunde nach langfristig bis zur Fälligkeit gehalten werden, soll eine laufende Basisverzinsung erwirtschaftet werden.

Anlagen in Investmentanteile dienen der chancenreicheren und diversifizierten Investition in globale Wertpapier-Rententitel und Aktien über ein Dach-/Zielfonds-Konzept. Die Pensionskasse hält bei diesem Konzept Investmentanteile an dem Dachfonds, der seinerseits die Investmentanteile an den Zielfonds hält. Über eigens für die Pensionskasse aufgelegte Zielfonds („Spezialfonds“) erfolgen u.a. Investitionen in globale Staats- und Unternehmensanleihen, dänische Hypothekenpfandbriefe, US-Kommunalanleihen (Municipals), Schwellenländeranleihen, Wandelanleihen, Hochzinsanleihen (Global High-Yield) und Aktien mit geringer Schwankungsbreite (Low-Volatility). Die mandatierten Rentenfondsmanager sind auf die genannten Anlagearten spezialisiert, verfügen über einen fundierten bottom-up getriebenen Kreditanalyseprozess und können so eine sehr granulare Anlage auf Einzeltitelbasis umsetzen.

Zur mittel- und langfristigen Stabilisierung des Renditeniveaus investiert die Kasse auch in alternative Anlagen. Dabei sind direkt gehaltene Immobilien in Deutschland im Bereich großflächiger Lebensmitteleinzelhandel / Fachmärkte, Büro- und Seniorenimmobilien sowie einzelne Baumärkte, Logistikobjekte und Sondernutzungen bereits viele Jahre fester Bestandteil des Portfolios. Dazu kommt ein Spezialfonds mit dem Schwerpunkt Wohnimmobilien in Deutschland. In Zukunft sollen auch internationale Immobilien, Infrastruktur und Private Debt als alternative Assetklassen beigemischt werden.

Risikobewertung und Risikosteuerung

Alle mit der Geschäftstätigkeit der Pensionskasse verbundenen Risiken werden im Rahmen eines umfassenden Risikomanagementsystems rechtzeitig erkannt, bewertet, bewältigt und überwacht. Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems der Pensionskasse erfolgt in enger Anlehnung an die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen, so insbesondere die geltenden Vorschriften des VAG sowie die korrespondierenden Rundschreiben und Verlautbarungen der BaFin. Aufgrund dieser Bestimmungen ist die Pensionskasse verpflichtet, über eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation zu verfügen, die insbesondere ein angemessenes und wirksames Risikomanagement voraussetzt. Das Risikomanagement ist aufgrund seiner Bedeutung integraler Bestandteil des unternehmensinternen Führungs- und Steuerungssystems. Die Grundsätze der Steuerung der Kasse sind in einer Geschäfts- und Risikostrategie dokumentiert.

Die von der Pensionskasse untersuchten Risiken werden den folgenden Kategorien zugeordnet:

  • Die Kapitalanlagerisiken beinhalten alle mit der Vermögensanlage in Zusammenhang stehenden Risiken.
  • Die versicherungstechnischen Risiken betreffen insbesondere die mit den Leistungsversprechen verbundenen biometrischen Risiken sowie das Zinsgarantierisiko.
  • Die operativen Risiken umfassen die Risiken des laufenden Geschäftsbetriebes, die durch menschliches oder technisches Versagen oder durch externe Einflüsse und Katastrophen entstehen. Hierzu zählen auch Rechtsrisiken in Bezug auf bestehende rechtliche Bestimmungen.
  • Relevante Risiken aus externen Entwicklungstendenzen insbesondere im politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld der Unternehmung werden als globale Risiken kategorisiert (wie z.B. absehbare Änderungen in der Gesetzgebung).
  • Als strategische Risiken werden diejenigen Risiken bezeichnet, welche die Erfolgsposition bzw. die Erfolgsfaktoren des Unternehmens betreffen und aus der Unternehmensplanung resultieren (z.B. Produktgestaltung, Leistungssystem / Asset-Liability-Management).

Die jeweiligen Risiken können sich z.B. als finanzielles Risiko oder Reputationsrisiko darstellen.

Die wichtigsten zu beachtenden Kapitalanlagerisiken sind das

  • Marktrisiko: Wertveränderungen bei festverzinslichen Anlagen, Aktien, Immobilien und Währungspositionen aufgrund von Schwankungen der zugrunde liegenden Marktparameter, wie z.B. Zinssätze, Aktien- oder Devisenkurse,
  • Kreditrisiko: Verluste durch den Ausfall oder durch die Herabstufung der Bonität von Schuldnern,
  • Liquiditätsrisiko: Risiko, dass die Pensionskasse aufgrund mangelnder Fungibilität der Anlagen nicht in der Lage ist, ihren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen.

Alle Risiken werden im Rahmen des quartalsweisen Risikomanagementprozesses überprüft und bei Bedarf in der Bewertung bzw. hinsichtlich der Risikosteuerungsmaßnahmen angepasst. Über die Risikolage wird vierteljährlich ein Risikobericht erstellt.

Den Kapitalanlagerisiken wird durch eine risikoadäquate Kapitalanlagepolitik begegnet. Die Sicherheit der Vermögensanlagen wird kontinuierlich im Rahmen des Risikomanagements überprüft. Die finanzwirtschaftliche Steuerung der Pensionskasse sowie die Ermittlung und Steuerung der Risikodeckung und Risikotragfähigkeit und das daran ausgerichtete Limitsystem orientieren sich hauptsächlich an den für die Pensionskasse maßgeblichen Vorschriften des Aufsichtsrechts und der Rechnungslegung. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Kapitalanlage und Versicherungstechnik sowie die Aktiv-Passiv-Steuerung (Asset-Liability-Management). Die Beurteilung und Steuerung der Risikotragfähigkeit wird u.a. auf Basis von speziellen Analysemethoden und Berechnungen (z.B. Sensitivitätsanalysen, Stresstests, Hochrechnungen, Überwachung der Kreditrisiken, Liquiditätsplanungen, versicherungstechnische Risikountersuchungen) vorgenommen. Für die wesentlichen Steuerungskennzahlen sind Limite definiert.

Im Rahmen des Asset-Liability-Managements wird regelmäßig anhand von Sensitivitätsanalysen, Stresstests und Hochrechnungen untersucht, ob auch bei einer anhaltenden Krisensituation an den Kapitalmärkten die Leistungsverpflichtungen sowie die aufsichtsrechtlichen Solvabilitätsanforderungen noch bedeckt sind und die in der Geschäfts- und Risikostrategie festgelegten Zielsetzungen und Limite erreicht bzw. eingehalten werden. Sollten festgelegte Zielsetzungen und Limite erreicht sein, werden notwendige Maßnahmen (z.B. Anpassung der Kapitalanlagestrategie) geprüft und bei Bedarf eingeleitet. Die strategische Ausrichtung in der Kapitalanlage und die Maßnahmen im Rahmen des Asset-Liability-Managements werden, auch vor dem Hintergrund der angespannten Lage an den Finanzmärkten, ständig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Dem Marktrisiko (Zins- und Kursrisiken) wird durch eine breite Mischung nach Anlagearten und eine dem versicherungstechnischen Geschäft folgende Streuung der Kapitalanlagen Rechnung getragen. Bei der Auswahl der Asset-Klassen wird darauf geachtet, mögliche negative bilanzielle Auswirkungen gering zu halten. So besteht das Rentendirektanlagenportfolio vorwiegend aus Namensschuldverschreibungen oder Schuldscheindarlehen, die wie auch die Baudarlehen zum Nennwert bzw. fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Bei den Immobilienanlagen wird im Rahmen des Ankaufsprozesses für jede Investition einzeln die Werthaltigkeit des Produktes, Nutzungskonzeptes bzw. Objektes beurteilt. Die Anlagen in Wertpapier-Investmentfonds werden grundsätzlich über ein Dach-, Zielfondskonzept umgesetzt. Dadurch saldieren sich Wertschwankungen über die verschiedenen Zielfonds auf der Ebene des Dachfonds, welcher zudem gemäß § 341b Abs. 2 HGB nach den Vorschriften für Anlagevermögen bilanziert wird. Für schwankungsintensive Asset-Klassen existieren zudem an die Risikotragfähigkeit angelehnte Risikobudgets.

Dem Kreditrisiko wird durch Anlagerichtlinien und Bonitätsanforderungen sowie eine laufende Beobachtung der Anlagen Rechnung getragen. So sind die Anlagen in „Sonstige Ausleihungen“ bis auf einzelne Titel durch die einschlägigen Sicherungssysteme abgedeckt, als Pfandbrief ausgestaltet oder durch die öffentliche Hand abgesichert. Bei Erwerb von Rentenanlagen müssen bestimmte Mindestratings je nach Art der Anlage eingehalten sein und es wird eine ökonomische und rechtliche Analyse im Vorfeld durchgeführt. Bonitätskennzahlen der Emittenten, der übergeordneten Konzerne und der Besicherungsart des jeweiligen Investments werden laufend überwacht. Die Rentenfondsanlagen sind auf Einzeltitelebene breit gestreut. Die mandatierten Fondsmanager sind auf diese Anlagearten spezialisiert und verfügen über einen fundierten Kreditanalyseprozess. Die Mieter der Immobilienobjekte bzw. die Kreditnehmer von Baudarlehen werden hinsichtlich ihrer Bonität detailliert beurteilt. Die Vergaberichtlinien im Bereich der Baudarlehen sind angelehnt an die mit der BaFin abgestimmten Vergabekriterien des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Für erwartete Ausfälle werden ausreichende Wertberichtigungen gebildet. Das Systemrisiko, also das Risiko, dass es ausgehend von einzelnen Kreditrisiken zu einer Kettenreaktion kommen kann, ist ein Restrisiko, das zwar durch Mischung und Streuung reduziert, aber nie gänzlich ausgeschlossen werden kann.

Liquiditätsrisiken wird insbesondere durch eine mehrstufige Liquiditätsplanung (kurz- bis langfristig) über alle Anlageklassen und auch unter Berücksichtigung sämtlicher Liquiditätsströme in der Kasse vorgebeugt.

Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und -risiken wird durch die Auswahl geeigneter Investmentstile sowie die Vorgabe entsprechender Anlagerichtlinien realisiert, soweit externe Finanzdienstleister mit dem Management von Anteilen an Investmentvermögen (Wertpapieranlagen) von der Pensionskasse betraut werden. Im Rahmen der Auswahl neu zu mandatierender Finanzdienstleister stellt die Einbeziehung von ESG-Kriterien im Unternehmen bzw. im jeweiligen Anlageprozess ein entscheidendes Kriterium im Auswahlprozess dar. Grundsätzlich werden nur Finanzdienstleister mandatiert, die Unterzeichner der UN PRI sind oder deren Inhalte anwenden (Investment Manager, Master-KVG, Verwahrstellen, Consultants) und willens sowie in der Lage sind, unsere Vorgaben hinsichtlich der Berücksichtigung von ESG-Kriterien im jeweiligen Mandat umzusetzen und regelmäßig darüber zu berichten. Diese Faktoren werden durch die Manager für die Wertpapier-Fondsmandate in den Anlageausschusssitzungen bereits regelmäßig erläutert und berichtet. Die Pensionskasse bezieht zudem ein aggregiertes Reporting über die KVG.

Nach dem Gesetz zur Umsetzung der 2. Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) gelten für Investoren in Aktien grundsätzlich Mitwirkungs- und Offenlegungspflichten. Da die Pensionskasse nur indirekt über Anteile an Investmentvermögen in Aktien investiert, erfolgt keine eigene Mitwirkung. Stattdessen wird auf den juristischen Eigentümer der Aktien, im Falle der Pensionskasse die Helaba Invest als Master-KVG, und dessen Mitwirkungs- und Offenlegungspolitik verwiesen: https://www.hoechster-pensionskasse.de/Offenlegungspflichten.aspx

Der Vorstand der Pensionskasse hat die vorstehende Erklärung am 30.04.2020 genehmigt.

Stand: 30.04.2020