A. Offenlegungspflichten in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken nach der Offenlegungs-Verordnung (EU) 2019/2088 ("Offenlegungs‑VO")

Die Pensionskasse ist als Einrichtung der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) Finanzmarktteilnehmer nach Art. 2 Nr. 1c i.V.m. Nr. 7 Offenlegungs-VO und kommt mit den nachfolgend dargestellten Anforderungen ihrer Verpflichtung zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsrisiken im Umgang mit der Offenlegungs-VO nach.

Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken im Rahmen der Kapitalanlage

Für die Pensionskasse gehört es zu den wichtigsten Unternehmenszielen, eine risikokontrollierte und verantwortungsbewusste Kapitalanlagepolitik zu betreiben. Dazu gehört auch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im Sinne von ESG (Environmental, Social and Governance - Umwelt, Soziales und Unternehmensführung).

Die Kapitalanlagepolitik der Pensionskasse unterliegt den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen und Beschränkungen, so insbesondere den qualitativen und quantitativen Vorgaben zur Anlage des Sicherungsvermögens nach der Anlageverordnung für Pensionskassen, Sterbekassen und kleine Versicherungsunternehmen sowie den gesetzlichen Vorschriften zur jederzeitigen Bedeckung der Versorgungsansprüche und der Eigenkapitalvorgaben. Nach den Vorgaben des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) sind die Vermögensanlagen der Pensionskasse nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht unter anderem so anzulegen, dass Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität des Kapitalanlagebestandes als Ganzes sichergestellt werden und die Vermögenswerte dem größtmöglichen langfristigen Nutzen der Mitglieder und Leistungsempfänger dienen. Interne Vorgaben und Limite sind in einer Kapitalanlagerichtlinie festgehalten.

Im Sinne einer umfassenden Risikoabwägung werden auch qualitative ESG-Aspekte aufgegriffen und im Anlageprozess berücksichtigt. Die Pensionskasse orientiert sich in diesem Zusammenhang an der von der UN lancierten Initiative zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei Anlageentscheidungen, den „Principles for Responsible Investment (UN PRI)“ der UN (s. www.unpri.org). Da Anlagen in Unternehmensanleihen und Aktien im Wesentlichen indirekt über eigene Spezialfonds der Kasse gehalten werden, unterliegen diese Investitionen der durch die externen Manager jeweils vorgenommenen Anwendung der UN PRI-Grundsätze im Rahmen des Investmentansatzes. Mit den sich weiterentwickelnden aufsichtsrechtlichen und gegebenenfalls gesellschaftlichen Anforderungen sollen die sich daraus zukünftig ableitenden ESG-Faktoren für die verschiedenen Assetklassen sukzessive definiert werden.

Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und -risiken wird durch die Auswahl geeigneter Investmentstile sowie die Vorgabe entsprechender Anlagerichtlinien realisiert, soweit externe Finanzdienstleister mit dem Management von Anteilen an Investmentvermögen (Wertpapieranlagen) von der Pensionskasse betraut werden.

Unter Nachhaltigkeitsrisiken werden hierbei Ereignisse oder Bedingungen im Bereich ESG - klimabezogene Faktoren eingeschlossen - verstanden, deren Eintreten erhebliche negative Auswirkungen auf den Wert einer Kapitalanlage bzw. auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Pensionskasse haben könnten. Häufig treten diese Risiken in Form von physischen oder transitorischen Risiken auf.

Nachhaltigkeitsrisiken sind grundsätzlich jeder Kapitalanlage inhärent und können im Falle eines Eintritts negative Auswirkungen auf die Rendite haben.

Durch die Umsetzung einer risikokontrollierten und verantwortungsbewussten Kapitalanlagepolitik sowie die Betrachtung von ESG-Aspekten im Rahmen des Risikomanagements wird dem möglichen Ausmaß von Nachhaltigkeitsrisiken begegnet. Im Falle der Auswahl neu zu mandatierender Finanzdienstleister stellt die Einbeziehung von ESG-Kriterien im Unternehmen bzw. im jeweiligen Anlageprozess ein Auswahlkriterium dar. Grundsätzlich werden nur Finanzdienstleister mandatiert, die Unterzeichner der UN PRI sind oder deren Inhalte anwenden (Investment Manager, Kapitalverwaltungsgesellschaft, Verwahrstellen, Consultants) und willens sowie in der Lage sind, unsere Vorgaben hinsichtlich der Berücksichtigung von ESG-Kriterien im jeweiligen Mandat umzusetzen und regelmäßig darüber zu berichten. Diese Faktoren werden durch die Manager für die Wertpapier-Fondsmandate in den Anlageausschusssitzungen regelmäßig erläutert und berichtet. Die Pensionskasse bezieht zudem ein aggregiertes Reporting über die Kapitalverwaltungsgesellschaft.

Informationen zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken bei den von der Pensionskasse beauftragten Finanzdienstleistern finden Sie hier:

Nachhaltigkeitskodex Helaba Invest

Nachhaltigkeit Universal Investment

Umgang mit nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Unternehmensebene

Der europäische Rechtsrahmen zum Umgang mit nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen befindet sich derzeit noch in einer Phase detaillierterer Ausgestaltung. Der Größe der Pensionskasse (Zahl der Mitarbeiter < 500) sowie dem als betriebliche Sozialeinrichtung auf die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung begrenzten Geschäftszwecks folgend, berücksichtigt die Pensionskasse nachteilige Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren noch nicht umfassend im Sinne des Art. 4 Abs. 1 Offenlegungs-VO.

Allerdings ist die Pensionskasse bereits bestrebt, im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren durch Investitionsentscheidungen zu identifizieren und diesen zu begegnen. Als „Nachhaltigkeitsfaktoren" gelten dabei Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung.

Zur Umsetzung und Qualitätssicherung verantwortlichen Handelns im Sinne von Nachhaltigkeitsaspekten dienen dabei vor allem die hausinterne „Leitlinie zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in der Kapitalanlage“ (ESG-Leitlinie) sowie der implementierte NeueProdukte-Prozess.

Um sicherzustellen, dass Nachhaltigkeitsfaktoren auf allen Ebenen berücksichtigt werden, bezieht die Pensionskasse von der Kapitalverwaltungsgesellschaft auf Dachfondsebene quartalsweise ein ESGReporting nach MSCI-Standard. Zudem berichten die Asset Manager explizit über ESG-Aspekte in ihren Portfolien im Rahmen der Anlageausschusssitzungen.

Im Rahmen der Auswahl neu zu mandatierender Finanzdienstleister stellt die Einbeziehung von ESGKriterien im Unternehmen bzw. im jeweiligen Anlageprozess ein entscheidendes Kriterium im Auswahlprozess dar. Im Rahmen der fondsbasierten Wertpapieranlage erfolgt die Mandatierung grundsätzlich nur von solchen externen Dienstleistern, die Unterzeichner der UN PRI sind oder deren Inhalte anwenden und willens sowie in der Lage sind, die Vorgaben der Kasse hinsichtlich der Berücksichtigung von ESG-Kriterien im jeweiligen Mandat umzusetzen.

Die Pensionskasse verfolgt gleichwohl nachdrücklich die Absicht, zukünftig nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen von Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen und wird in diesem Falle eine Erklärung den regulatorischen Vorgaben entsprechend auf Ihrer Webseite veröffentlichen.

Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken in der Vergütungspolitik

Die Pensionskasse unterliegt im Hinblick auf die Gestaltung ihres Vergütungssystems den für Pensionskassen geltenden aufsichtsrechtlichen Vorgaben an Vergütungssysteme im Versicherungsbereich. Bei der Ausgestaltung der Vergütungs- und Anreizsysteme werden deshalb die inhaltlichen Vorgaben des § 25 VAG i.V.m. der Versicherungs-Vergütungsverordnung berücksichtigt.

Die Vergütungsstruktur der Pensionskasse steht im Einklang mit dem Nachhaltigkeitsbewusstsein der Kasse und begünstigt keine übermäßige Risikobereitschaft in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken. Im Sinne der Mitgliedsunternehmen sowie der Mitglieder und Versorgungsberechtigten steht die langfristige Sicherstellung der betreuten Versorgungsanwartschaften und -ansprüche als Baustein der betrieblichen sozialen Sicherung im Vordergrund, so dass die nachhaltige Betrachtung von Investitionen dem Unternehmenszweck entspricht.

Weitere Informationen und Hinweise

Für weitere Informationen verweisen wir auf die weiteren Informationsdokumente der Pensionskasse, wie beispielsweise auf die Erklärung zu den Grundsätzen der Anlagepolitik oder den jährlichen Geschäftsbericht einschließlich des Lageberichts.

Die dauerhafte Erfüllung der den Mitgliedern und Leistungsempfängern vertraglich zugesicherten Leistungen wird im Übrigen durch die Verpflichtung zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken nicht beeinträchtigt.


B. Transparenz- und Offenlegungspflichten nach § 134b und § 134c AktG

Die Höchster Pensionskasse VVaG investiert nur indirekt in Aktien, daher erfolgt keine eigene Mitwirkung i.S.d. § 134b AktG. Zu den von der Höchster Pensionskasse VVaG wahrgenommenen Offenlegungspflichten i.S.v. § 134c AktG vgl. Link.